Referent

Dr. Boris Petkoff,
AccordSystems®

Titel:
Arztbrief und Patientenakte

Abstract:
Das deutsche Gesundheitswesen krankt an Qualitätsmängeln und Unwirtschaftlichkeiten in praktisch allen Versorgungsbereichen. Beklagt wird vor allem eine unzureichende Integration von ambulanter und stationärer Versorgung. Unnötige kostspielige Mehrfachuntersuchungen sind die Folge, weil Intransparenz von Kodier- und Abrechnungsprozessen keine Steuerung dieser Vorgänge ermöglicht. Die fehlende Möglichkeit zur Zusammenfassung von Patientendaten an jedem Ort und zu jeder Zeit erschwert die Wirtschaftlichkeit und die Qualitätssicherheit z.B. die Identifizierung von unerwünschten Arzneimittelwechselwirkungen. Die Verfügbarkeit von Patientendaten ist ein wichtiges Kriterium für eine hochwertige medizinische Versorgung und ein effizientes, modernes Gesundheitswesen. Bis heute existiert jedoch keine einheitliche IT-Struktur, die dem behandelnden Arzt einen schnellen und umfassenden Überblick über den Gesundheitszustand und die Arzneimittelhistorie des Patienten verschafft. Die Krankengeschichte eines Patienten ist üblicherweise bei verschiedenen Ärzten abgelegt. Die von der gematik betriebene Telematikinfrastruktur mit einheitlichen, standardisierten Schnittstellen und Diensten muss eine bundesweite Kommunikation zwischen den vorhandenen Systemen in Arztpraxen, Krankenhäusern, Apotheken und Krankenkassen ermöglicht und kann nur der erste Schritt zu einem modernen und effizienten Gesundheitswesen. Aus diesem Grund entstanden parallel dazu weiterführende Projekte wie die elektronische Fallakte (eFa) und die elektronische Patientenakte (ePA_NRW). Diese Projekte sind ausgerichtet auf eine:
• Optimierung der Versorgungsqualität,
• Verbesserung der Wirtschaftlichkeit,
• Reduktion bürokratischer Aufwände für Arbeitsprozessen und Arbeitsabläufen,
• Verbesserung der Transparenz der Behandlungen und Versorgungsabläufe für die Patienten, und wollen maßgeblich dazu beitragen, unnötige Doppeluntersuchungen zu vermeiden, die Verordnung ungeeigneter Arzneimittel zu reduzieren und Arbeitsabläufe zu optimieren. Für die Lösung der fachlichen Probleme benötigt man in diesem Zusammenhang aber ein ganzheitliches und umfassendes Konzept, mit dem alle diese Anforderungen der (Diagnose, Therapie, Monitoring, Prävention, Prognose, Screening) im existierenden technischen Umfeld erfüllt werden können, um die Qualität des gesamten Behandlungszyklus gewährleisten zu können, da der Patient bekanntlich „Grenzgänger“ zwischen • den Sektoren: Ambulant, Akut, Stationär, Rehabilitation • den Fachdisziplinen (Pädiatrie, Kardiologie, Gynäkologie, Onkologie, etc.) und • den Versorgungsstufen: Grund- und Regelversorgung, Maximalversorgung, etc. ist. Die virtuelle Organisation im Gesundheitswesen muss verschiedene Ausrichtungen: Prozessorientierung, Patientenorientierung, Mitarbeiterorientierung, etc. erlauben. Inhaltliche Schwerpunkte sind u.a. • Die einheitliche Patientenidentifikation (PID) als eine notwendige Voraussetzung für den patientenorientierten Verbund zwischen Krankenanstalten und Klinikum • Die Definition eines notwendigen und sinnvollen (fachspezifischen) Minimum an Krankenanstalten- und klinikübergreifenden Informationen zum Patienten • Einheitliche Kataloge für Diagnosen und Leistungen , welche die Dokumentation unterstützen • Systeme die eine automatisierte Ableitung der administrativen Leistungsdaten aus der medizinisch-pflegerischen Dokumentation ermöglichen • Zielgruppenspezifische Auswahl der Gesamtwertschöpfungindikatoren etc. Die Lösung von vielen seit Jahren bekannten IT-Problemkomplexen rückt damit im Vordergrund: 1. Die Auflösung der Komplexität der historisch gewachsenen vielschichtigen IT-Systeme durch die gleichzeitige Anpassung der Datenstrukturen und internen Abläufen an existierenden (Health Level 7 (HL7), Electronic Health Record (EHR), Clinic Document Architecture (CDA) etc.) Standards. 2. Die Einbindung von schwachstrukturierten Wissensspeichern in den administrativen und klinischen Arbeitsprozesse, um die Versorgung der Patienten auch qualitativ durch IT unterstützen zu können (Stichwort: Wissensmanagement’). 3. Die Veränderung und Neugestaltung der Prozesse, d.h. Busi- ness Redesign durch den Einsatz von klinische Behandlungspfade („Clinical Pathway") und daily BI -Tools („Business Intelligence“). 4. Die medienbruchfreie Vernetzung der alten Systemlandschaften mit den mannigfaltigen Kommunikationsanforderungen (Interoperabilität) interner und externer Partner über das Internet. 5. Die Reduzierung der Projekt- und laufenden Wartungskosten durch den Einsatz von zeitgemäßen SOA-Tools mit vorgefertigter Frameworks, wodurch sowohl die absolut entstehenden Kosten als auch die Entwicklungszeiten dramatisch gesenkt werden können.

Kurzlebenslauf:
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