Referent

Prof. Dr. Karl-Peter Pfeiffer,
Leiter des Arbeitskreises "Nationale eHealth-Strategie" der österreichischen eHealth-Initiative

Titel:
eHealth: Perspektiven

Abstract:
Um die Herausforderungen an das Gesundheits- und Sozialwesen des 21. Jahrhunderts zu bewältigen, bedarf es eines hohen Einsatzes der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT). eHealth kann zwar die Probleme des Gesundheits- und Sozialsystems nicht lösen, aber eine Lösung dieser Probleme ohne e-Health ist auch nicht möglich. Die Umsetzung von eHealth kann und darf nicht für sich selbst erfolgen, sondern sie muss stufenweise basierend auf langfristigen Strategien für die Organisationsentwicklung und Transformation des Gesundheitssystems hin zu einem integrierten, prozessorientierten bürger- bzw. patientenzentrierten System erfolgen.
Das zentrale Element von eHealth ist der elektronische Gesundheitsakt, der z.B. in Österreich mit ELGA bezeichnet wird. eHealth umfasst jedoch nicht nur ELGA mit zahlreichen Modulen, wie z.B. eMedikation, eImpfpass, eLabor, eEntlassungsbrief usw., sondern auch zahlreiche telemedizinische Anwendungen, welche von der heute schon nahezu klassischen Teleradiologie bis hin zum Home Monitoring, eConsulating oder Geräte zur Unterstützung der Aktivitäten des täglichen Lebens (Ambient Assisted Living) gehören. Die hier erhobenen Daten und Informationen sind wiederum Teil von ELGA bzw. des Personal Health Records. Der entscheidende Faktor von eHealth ist nicht die Anwendung an sich, sondern deren Funktionalität und deren Integration in den Workflow sowie die Usability. eHealth muss aktiv multidisziplinäre institutionsübergreifende Versorgungsprozesse durch eine digitale Dokumentation, Kommunikation und Verarbeitung von Daten, Informationen und Wissen unterstützen. Voraussetzung dafür ist neben der technischen Interoperabilität die semantische Interoperabilität. Des Weiteren ist vor allem im Hinblick auf die Qualität, Effizienz, Effektivität und Sicherheit die Integration von qualitätsgesichertem medizinischem Wissen in den täglichen Arbeitsablauf von größter Bedeutung. Funktionalität und Usability bedeuten, sich an den Bedürfnissen der verschiedenen Benutzer zu orientieren. Auf einen einfachen Zugang und auf die verständliche Präsentation von Daten, Informationen und Wissen für unterschiedliche Benutzergruppen muss daher besonders geachtet werden. Beispielsweise müssen Systeme in Zukunft lernfähig zu sein, um spezifische Benutzerprofile zu ermitteln, um so eine individuelle Sicht auf Informationen zu ermöglichen und nicht die Benutzer mit Informationen überladen. Selbstverständlich müssen die Datenschutz- und Datensicherheitsmassnahmen und die gesetzlichen Rahmenbedingungen dem Stand der Technik angepasst werden und es müssen organisatorische Maßnahmen, wie z.B. ein Auditing über die Einhaltung von Datenschutzmassnahmen implementiert werden. In der Präsentation werden einige wesentliche Funktionalitäten, die auch in der österreichischen Diskussion zu ELGA besonders bedeutend sind, vorgestellt.

Kurzlebenslauf:
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